Dr. Mac: Ich kriegs gebacken.

Der Client:

Ein 17″ MacBook Pro, ältere Version.

Die Symptome:

Startet nicht. Statusleuchte geht an, Disc-Laufwerk macht Geräusche. Kein Bild, kein Ton. Keine Reaktion. Nur durch langes Drücken der Power-Taste wieder auszuschalten.

Der folgende Fall ist unter professioneller Aufsicht von Experten in einer gesicherten Umgebung durchgeführt worden. Auf keinen Fall nachmachen!

1. Differentialdiagnose mit meinem persönlichen Apple-Berater im Store:

Disc-Laufwerk nimmt noch Discs an, spuckt diese aber nicht wieder aus. Client lässt sich weder im Firewire-Modus starten, noch von Disc booten. Hardwarecheck nicht möglich.

1. Vermutung: LogicBoard (Motherboard) ist defekt, wäre teuer, da keine Garantie.

Der Client hatte die Snow Leopard DVD des Beraters gefressen. Er gab mir eine Adresse eines Mac Händlers, die die Geräte auch auseinanderschrauben.

2. Differentialdiagnose bei einem Händer, sich den Client von innen angeguckt hat:

LogicBoard ist kaputt. Austausch kostet 800 € und lohnt sich deshalb nicht. Vorschlag: Client auseinanderschrauben und in Einzelteilen auf Ebay versteigern.

Kostenpunkt für diese Differentialdiagnose: Gut 50 €.

3. Differentialdiagnose via Google mit einschlägigen Foren:

Starke Hitze beim Betrieb kann dazu führen, dass Lötkontakte von den Chips auf dem LogicBoard reißen.

Durchgeführte Behandlung:

Diese gerissenen Lötkontakte kann man sehr einfach wiederherstellen, in dem man das komplette Board ein paar Minuten (ca. 7) auf gut 200 °C erhitzt. Das kann man im Backofen machen. Hitzeempfindliches muss dabei mit Alufolie umwickelt werden. Das LogicBoard darf nicht auf dem Blech liegen, sondern sollte auf kleinen Stützen stehen.

Also: LogicBoard ausbauen, schützen, backen, abkühlen lassen (dabei auf keinen Fall berühren oder bewegen!), einbauen.

Client bootet wieder. Dauer des gesamten Falls: 2 Wochen, 30km Fahrt, 7 Mails, 4 Google-Suchen, 23 Schrauben in 5 verschiedenen Größen, Aluminiumfolie.

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